Historisches Lernen in der Grundschule

Die Behandlung der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen ist in den sächsischen Lehrplänen erstmals für die Klassen 8 bzw. 9 vorgesehen. Zugleich haben bereits Grundschulkinder vielfältige Vorstellungen von der nationalsozialistischen Vergangenheit. Obwohl der Bedarf an speziellen Bildungsformaten für die Grundschule angesichts des nachweisbaren Wissens von Kindern vorhanden ist und darüber hinaus auch Antisemitismus in dieser Altersgruppe auftritt, wird die Geschichte des Nationalsozialismus an Grundschulen nicht behandelt und gleichzeitig existieren bislang kaum externe Bildungsangebote. Die Themen scheinen für diese Zielgruppe zu komplex, zu vielschichtig oder emotional überfordernd zu sein. Diesem Mangel will das Projekt begegnen, indem es ein konzeptionelles Angebot zur Auseinandersetzung mit den Themen Nationalsozialismus sowie Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden für Grundschulkinder schafft.

Ziel

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Zeit des Nationalsozialismus für Kinder als Tabuthema aufzuheben und ihre Vorstellungen von Erinnerungskultur zuzulassen. Insbesondere Grundschüler*innen sollen dabei unterstützt werden, sich dem Thema anzunähern und historisches Wissen anzueignen.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an Kinder ab 9 Jahren bzw. der Klassenstufe 4.

Inhalt

Der besondere Fokus des Projekts liegt auf einem altersgerechten Zugang zu den Themen Nationalsozialismus sowie Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden – ohne die Kinder zu überfordern oder die historischen Fakten zu verharmlosen. Anhand von Biografien jüdischer Kinder aus Leipzig sollen die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf den Alltag und den Verlauf ihres Lebens sichtbar gemacht und so ein empathischer Zugang zur Vergangenheit geschaffen und der eigene Wohnort als Ort mit Geschichte wahrgenommen werden.

Gefördert und unterstützt durch: