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Launch des Dokumentationsarchivs Ressentiment und Gewalt

Der Bildungsverein Parcours e.V. gibt den Launch des Dokumentationsarchivs Ressentiment und Gewalt (kurz: DARG) bekannt. Am 17. Dezember 2018 startet die digitale Plattform zur Erfassung rassistischer und antisemitischer Vorfälle in der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig sowie dem Landkreis Nordsachsen. Das Webangebot ist unter https://darg.parcours-bildung.org/ zu erreichen. Kern der Website ist eine Karte, die darstellt, wie sich Angriffe auf Mensch und Sachen räumlich und zeitlich verteilen. Insgesamt sind für das Jahr 2017 im Archiv über 369 Fälle registriert, die meisten davon propagandistischer Natur. Projektmitarbeiter Max Hemmann dazu: „Wir versuchen zwar, so viele Fälle wie möglich zu erfassen, aber viele Taten bleiben doch im dunklen Bereich und werden nicht gemeldet. Angesichts der immensen Anzahl an menschenfeindlichen Vorfällen in Leipzig und den umliegenden Landkreisen beobachten wir jedoch nach wie vor ein hohes demokratiefeindliches Potential in der sächsischen Bevölkerung.“

Das wissenschaftliche Konzept der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (kurz: GMF) ist der theoretische Rahmen, mit dem die Dokumentation untermauert wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass verschiedene Formen der Diskriminierung einen gemeinsamen ideologischen Kern haben: Die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Das Dokumentationsarchiv Ressentiment und Gewalt, kurz DARG, erfasst Fälle mit den folgenden Tatmotiven: Verherrlichung des Nationalsozialismus, rassistische sowie antisemitische Motive. Daneben stellt die Webseite Informationen für Betroffene bereit, wie etwa Anlaufstellen an die sie sich für eine Beratung wenden können. Das Projekt wurde für die Erfassung von Fällen im Jahr 2017 entwickelt und soll bereits bestehende zivilgesellschaftliche Initiativen unterstützen. Das Dokumentationsprojekt sei für die nächsten 10 Jahre zugänglich, „doch ohne eine weitere Unterstützung in Form von finanzieller Förderung und tatkräftiger Mitarbeit weiterer Ehrenamtlicher könne die Arbeit nicht verstetigt werden,“ so der Projektmitarbeiter Hemmann weiter.

Bisher wurde das Projekt von der Sebastian-Cobler-Stiftung und der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert und durch die Zusammenarbeit vom Bildungsverein Parcours e.V. mit der Fossa AG realisiert.

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