Vorträge

Auf Anfrage halten wir gerne Vorträge zu folgenden ausgewählten Themen. Weitere Themen sind nach Absprache möglich.

Über Rechte reden - Einführungsvortrag zur Entstehung, Ideologie und Stategie der „Neuen Rechten“

Im Zuge der Migrationsdebatte erfahren als rechtspopulistisch bezeichnete, vor allen Dingen aber völkisch-nationalistische Bewegungen und Parteien, in fast allen europäischen Ländern immer stärkeren Zulauf. Hierzulande sprießen rechte Publikationen wie Pilze aus dem Boden, in Halle existiert seit letztem Jahr ein Hausprojekt der Identitäten Bewegung, in dem auch der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider ein Abgeordnetenbüro unterhält, und bei Götz Kubitschek in Schnellroda geben sich Journalisten und Szenegrößen die Klinke in die Hand.

Zur Beschreibung dieses Phänomens wird seit einiger Zeit wieder der Begriff der „Neuen Rechten“ breit diskutiert. Aber wer und was genau ist eigentlich die sogenannte „Neue Rechte“?

Der Vortrag gibt eine Einführung in die Entstehung der „Neuen Rechten“, zeigt welche zentralen Positionen und Ideen sie vertritt und mit welchen Mitteln und Strategien diese verbreitet werden. Dabei wird auch das vielfältige Spektrum der „Neuen Rechten“ beleuchtet und aufgezeigt, welche Varianten und Akteure neu-rechter Politik es gibt und wie diese in Erscheinung treten. Denn während andere mit Rechten wollen, bleibt vor allem die Aufklärung über die Weltanschauung der „Neuen Rechten“ bis auf Weiteres notwendig.

Antisemitismus - Das alte Gesicht der neuen Rechten

In ganz Europa erstarken als rechtspopulistisch bezeichnete, vor allen Dingen aber völkisch-nationalistische Bewegungen und Parteien, deren Markenkern eine vorwiegend gegen die in Europa lebenden Muslime gerichtete Fremdenfeindlichkeit zu sein scheint. Die Konjunktur dieser ressentimentgeladenen Befindlichkeit verweist auf einen Veränderungsprozess innerhalb der europäischen Rechten, die die mehrheitstaugliche Hetze gegen Muslime als Vehikel benutzt, um endlich aus der Schmuddelecke des „Rechtsextremismus“ zu kommen.

Gleichzeitig scheint auch eine Ausdifferenzierung in der Artikulation antisemitischer Ressentiments zu bestehen. Der nicht mehr ganz so neuen Rechten dient die öffentlichkeitswirksame Distanzierung vom Antisemitismus vor allem als strategische Abgrenzung zum Neofaschismus und Neonazismus, um sich auf diesem Wege als modernisierte, vom historischen Ballast der faschistischen bzw. nazistischen Vergangenheit befreite demokratische Rechte zu profilieren.

In die gleiche Richtung verweisen die vermeintlich israelfreundlichen Äußerungen deutscher und europäischer „Rechtspopulisten“, die den jüdischen Staat jedoch nur als einen Bündnispartner im Abwehrkampf, den das „Abendland“ gegen „den Islam“ zu führen habe, herbeifantasieren. Sie instrumentalisieren Juden und Israel, um die eigenen fremdenfeindlichen Positionen zu legitimieren. Es mag daher kaum überraschen, dass in den Verlautbarungen etwa von der AfD der Antisemitismus nahezu vollständig „muslimischen Immigranten“ angelastet wird. Doch so real die Existenz eines islamisierten Antisemitismus ist, so verlogen ist es, wenn er ausgerechnet von deutschen Völkischen anprangert wird.